Turnfest 2005

Das wiedervereinte Berlin ist 2005 erstmals Gastgeber des Deutschen Turnfestes, das erneut über 100.000 Turnerinnen und Turner aus 4.300 Vereinen in die deutsche Hauptstadt lockt. Erstmals wird das Fest als Internationales Deutsches Turnfest ausgerichtet, die ca. 3.000 internationalen Teilnehmer werden damit besonders in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Mit einem „Fest der Superlative“, so die Berliner Morgenpost, präsentiert sich die deutsche Turnbewegung modern, zeitgemäß und international offen.
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„Berlin bewegt uns“ lautet das Motto des Turnfestes 2005, im Mittelpunkt stehen der Spaß an Bewegung und am Wettkampf, Angebote für jedermann, Vielfalt und moderne Trends von Turnen, Sport und Spiel, Anregungen und Motivation zum Mitmachen und Ausprobieren.

Schirmherr Bundespräsident Horst Köhler eröffnet das Fest am Brandenburger Tor, dem Symbol der deutschen Wiedervereinigung. Hierhin zur Eröffnungsfeier führt auch der neu gestaltete Festzug. Ausgewählte Gruppen der Landes-Turnverbände gestalten mit Motiv-Wagen das turnerische Leben, die anderen Turnfestgäste bilden – trotz Dauerregen – eine stimmungsvolle Kulisse.

Schon lange nehmen internationale Gäste an den Deutschen Turnfesten teil, 2005 trägt das Fest den Titel „International“ zum ersten Mal. 3.600 Aktive aus 33 Ländern unterstreichen diesen Festcharakter eindrucksvoll. Aus Südafrika z.B. kommen Ringtennisspielerinnen und Ringtennisspieler, Landesmeister und Hobbyspieler. Sie beteiligen sich an den Wettkämpfen, den Schauvorführungen der Vereine und den großen Show-Veranstaltungen.

81.000 Aktive beteiligen sich an den vielfältigen Wettkämpfen, u.a. starten 22.000 beim DTB-Wahlwettkampf, 15.500 treten bei den Individual-Sportarten an, 9.200 Teilnehmer zählen die Mehr- und Gruppenwettbewerbe, 15.900 Turnspieler tragen ihre Teamwettkämpfe aus. Star der Deutschen Meisterschaften im Gerätturnen ist der junge Fabian Hambüchen, der noch am Anfang seiner Karriere steht. Er gewinnt vier Meistertitel und begeistert das Publikum.

Einen neuen Höhepunkt erlebt die Turnfestakademie in den Messehallen am Funkturm. 1994 in Hamburg als „Lernmarkt“ aus der Taufe gehoben, ist sie nunmehr die größte Fortbildungsveranstaltung und eine Messe des Erfahrungsaustausches des Sports. 600 Workshops, Seminare und Vorträge, 200 Referentinnen und Referenten  vermitteln Wissen und praktische Erfahrungen zu den Themen Turnen, Tanz, Hip-Hop, Aerobic, Wellness, Fitness und Gesundheitssport, bieten spezifische Angebote für Frauen, Kinder und Senioren. Sie werden von ca. 28.000 Gästen besucht.

Show-Bühnen auf dem Schlossplatz, vor dem Roten Rathaus, im Sony Center sowie an vielen anderen Orten wenden sich mit Vorführungen der Vereine, Tanz, Musik für Alt und Jung an ein breites Publikum und tragen die Turnfestatmosphäre in die Stadt. Der Schlossplatz wird zum Turnfestplatz und zum besonderen Treffpunkt am Abend mit dem RBB-Turnfest-Magazin.

Großes Interesse verzeichnen die ideenreich gestalteten Mitmachangebote von gekonnt bis spontan, die an vielen Plätzen mitten in der Stadt wahrgenommen werden können, so am Breitscheidplatz vor der Gedächtniskirche, am Potsdamer Platz, am Alexanderplatz oder im Monbijoupark. Ein „Zilletest“ wird ebenso kreiert wie spezielle Leistungstests im „Großstadtdschungel“ mit Currywurst-Zielschießen, Döner-Lauf, Ritterspielen in der Spandauer Zitadelle und Vielem mehr. Besonders beliebt sind auch der Gummistiefel-Weitwurf und die Turnfest-Meile über 2005 Meter. 12.300 Teilnehmer lassen sich „aktivieren“. 

Das Maskottchen „Bärlinchen“ wird wie bei anderen Großveranstaltungen inzwischen auch „zum Leben erweckt“, ist überall dabei und erfreut sich großer Beliebtheit.

Die Stadion-Gala im Olympiastadion mit 6.200 Aktiven bildet den eindrucksvollen und fröhlichen Abschluss des Festes. Der ehem. Reckweltmeister Eberhard Gienger schwebt mit einem Fallschirm in die Arena und eröffnet den Reigen der Darbietungen. Mit dem Brandenburger Tor im Mittelpunkt, das als raffinierter Turn-Turm fungiert, 1.000 als Bären verkleideten Berliner Kindern, einer Mini-Love-Parade, dem symbolischen Mauerfall werden bunt gestaltete Bilder aus der Geschichte der Gastgeberstadt auf den Stadionrasen gezaubert. Ein eindrucksvolles Feuerwerk verabschiedet die rund 70.000 Zuschauer.